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Fehlende Schriftzeichen

Keine der in der EU gesetzlich vorgeschriebenen Schulschriften enthält alle erforderlichen Schriftzeichen für alle europäischen Sprachen.

Schriftzeichen einer anderen Sprache, wie das ø von Bjørn, können mit der österreichischen Schulschrift nicht geschrieben werden. Am Computer können keine Schriftzeichen ergänzt werden, die im Zeichensatz einer Schulschrift fehlen. Diese Schriftzeichen werden weder angezeigt noch gedruckt. Je nach Software und Betriebssystem erscheint statt dessen meist ein Platzhaltersymbol:

Fehlende Zeichen
Es hilft auch nicht, mit der Tastatur z. B. einen Akzent auf ein Schriftzeichen zu setzen. Wenn das Schriftzeichen mit dem Akzent nicht im Computer-Zeichensatz vorhanden ist, dann kann es nicht angezeigt werden.

Diese Schriftzeichen sind auch in der Schulschrift nicht enthalten, weil sie gesetzlich nicht definiert wurden.

 

Schulschrift mit fehlenden Schriftzeichen
Ein Beispiel für fehlende Schriftzeichen in einer Schulschrift ist die österreichische „Schulschrift 1995“. Anhand dieser Schrift sowie der Situation in Österreich wird exemplarisch gezeigt, was auch für die anderen Staaten Europas und ihre Schulschriften gilt, denn dieses Problem ist kein rein österreichisches: Die Situation ist in den meisten Staaten der EU ähnlich. 

Burgenlandkroatisch, Romani, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch und Ungarisch sind die gesetzlich geschützten Sprachen autochthoner Minderheiten in Österreich. Diese Minderheiten haben in bestimmten Regionen einen gesetzlichen Anspruch auf Unterricht in ihrer Muttersprache [Vgl. Minderheitensprachen in Österreich ].

Der in Österreich gesetzlich vorgeschriebenen Schulschrift fehlen jedoch die Schriftzeichen, die benötigt werden, um diese autochthonen Sprachen zu schreiben.

Es folgt die Seite aus dem österreichischen Volksschul-Lehrplan, auf der alle Schriftzeichen der „Schulschrift 1995“ abgebildet sind:

Österreichische Schulschrift

Neben den Sprachen der autochthonen Minderheiten werden in Österreich außerdem noch viele andere Sprachen gesprochen: Von Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, die zum Teil auch die österreichische Staatsbürgerschaft haben, deren Sprachen aber nicht unter das Minderheitenschutzrecht fallen, und die daher keinen Anspruch auf Unterricht in ihrer Muttersprache haben [Vgl. Minderheitensprachen in Österreich ]. Auch diese Sprachen können mit der österreichischen Schulschrift weder gelesen noch geschrieben werden.

 

Verfügbare Schriftzeichen der österreichischen Schulschrift
Die österreichische Schulschrift – und damit auch der Computer-Zeichensatz der österreichischen Schulschrift – beinhaltet nur einen Bruchteil der Schriftzeichen, die benötigt werden, um alle Sprachen Europas korrekt zu schreiben. Mit der österreichischen Schulschrift können nur die Buchstaben A-Z, a-z, Ä, Ö, Ü, ä, ö, ü und ß geschrieben werden. Alle anderen Schriftzeichen fehlen – und daher können viele Sprachen nicht geschrieben werden:

Schriftzeichen der österreichischen Schulschrift

Zwei weitere Beispiele aus Frankreich und Polen:

Ecriture-A

Elementarz

Zum Vergleich eine Schrift mit großem „Zeichenvorrat“, mit der alle Sprachen der EU geschrieben werden können. Diese Schrift ist allerdings weder eine Schulschrift, noch ist sie als Ausgangsschrift  geeignet (siehe FAQ).

 

Verfügbare Schriftzeichen der Unicode-Schrift „Arial“
Schriftzeichen Arial